Planetenlehrpfad


Planetenlehrpfad


Der Planetenlehrpfad zwischen Runkel und Villmar

Ein Planetenlehrpfad ist eine besondere Art Wanderweg, bei dem entlang der Wanderstrecke ein maßstabsgerecht verkleinertes Modell des Sonnensystems dargestellt wird. Zu unserem Sonnensystem zählen die Sonne und die acht Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Dieser Planetenlehrpfad bildet unser Sonnensystem im Maßstab 1:1 Milliarde (1:1 000 000 000) ab, d.h. ein Meter auf dem Planetenlehrpfad entsprechen 1 Milliarde Meter bzw. 1 Million Kilometer in der Wirklichkeit. Dabei sind sowohl die Größen der Sonne und der acht Planeten als auch deren Abstände untereinander an diesen Maßstab angepasst.
Der Planetenlehrpfad ist ein Projekt der Johann-Christian-Senckenberg Schule Runkel / Villmar. Die Idee entwickelte sich innerhalb des schon seit einigen Jahren bestehenden Astronomie-Kurses der Schule und wurde durch deren Schülerinnen und Schüler und durch den dafür zuständigen Lehrer Patrick Fitz umgesetzt.

Ausgehend vom Sonnenmodell wandert man lahnaufwärts dem hessischen Radfernweg R7 folgend an Hinweisschildern zu den jeweiligen Planeten in den entsprechenden Abständen vorbei. Auf diesen Hinweisschildern befinden sich Bilder, viele Informationen und eine Abbildung des jeweiligen Planeten im Maßstab des Planetenlehrpfades. Wenn Sie den 4,5 Kilometer langen Planetenlehrpfad entlang spazieren, bewegen Sie sich mit drei- bis vierfacher Lichtgeschwindigkeit durch unser Sonnensystem! Die Rückreise können Sie natürlich auch bequem mit der Bahn von Villmar bis hier nach Runkel antreten, vielleicht besuchen Sie zuvor noch das Lahn-Marmor-Museum in unmittelbarer Nähe des Villmarer Bahnhofs.
Abbildung 1 zeigt eine nicht maßstäbliche Zusammenstellung von Objekten unseres Sonnensystems. Neben dem Asteroidengürtel zuwischen Mars und Jupiter erkennt man auch einen Kometen mit seinem Schweif. Außerdem erkennt man die Sonne mit ihren acht Planeten. Um sich einen Eindruck von den Größenverhältnissen zu machen, sind in Klammern die jeweiligen Durchmesser im Maßstab des Planetenlehrpfades angegeben (v.l.):
Sonne (139 cm), Merkur (0,5 cm), Venus (1,2 cm), Erde (1,3 cm), Mars (0,7 cm), Jupiter (14,3 cm) Saturn (12,1 cm), Uranus (5,1 cm) und Neptun (5 cm).

Vor etwa 4,6 Milliarden Jahren entstand in einem Seitenarm unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, unser Sonnensystem. In seinem Mittelpunkt befindet sich die Sonne, ein ganz gewöhnlicher Stern. Sterne sind selbstleuchtende Gaskugeln, die ihre Energie durch Kernfusion erzeugen. Unsere Sonne hat etwa die Hälfte ihrer Lebensspanne erreicht. Um sie kreisen die acht Planeten auf beinahe kreisrunden Bahnen.
Abbildung 2 zeigt den Zwergplaneten Pluto (unten rechts) mit seinem Mond Charon, aufgenommen am 14. Juli 2015 von der NASA-Sonde New Horizons. Die Größenverhältnisse stimmen in etwa, nicht jedoch der Abstand. Pluto ist noch weiter von der Sonne entfernt als Neptun und galt lange Zeit als neunter Planet.

Ein Planet ist ein Himmelskörper, der einen Stern umkreist. Außerdem muss er so viel Masse haben, dass er durch seine Eigengravitation eine annähernd runde Form angenommen und seine Umlaufbahn von anderen Objekten bereinigt hat. Diese Festlegung wurde im Jahr 2006 von der International Astronomical Union (IAU) getroffen. Insbesondere der letzte Punkt wurde damals dem jenseits der Neptunbahn befindlichen Pluto zum Verhängnis, der bis dahin als neunter Planet galt. Auf seiner Umlaufbahn bewegen sich noch so viele weitere Objekte, dass er in die neue Gruppe der Zwergplaneten aufgenommen wurde. Damit der Pluto nicht in Vergessenheit gerät, nennt man Zwergplaneten jenseits der Neptunbahn auch Plutoiden.
Abbildung 3 zeigt den Asteroiden Ida (links), der von seinem Mond Dactyl (rechts) umrundet wird.
Neben der Sonne und den Planeten gibt es noch weitere Objekte in unserem Sonnensystem wie die natürlichen Satelliten, die wir als Monde bezeichnen. Im Gegensatz zu Planeten, die einen Stern umkreisen, umrunden Monde ein anderes Himmelsobjekt, beispielsweise Planeten. Außerdem sind in unserem Sonnensystem noch eine Vielzahl von Kleinkörpern, beispielsweise Kleinplaneten, auch Planetoiden oder Asteroiden genannt. Das sind Gesteinsbrocken mit einer Größe von einigen Metern bis zu etwa einem Kilometer. Die meisten von ihnen befinden sich im sogenannten Asteroidengürtel, zwischen dem Mars und dem Jupiter. Zwar umkreisen Asteroiden auch einen Stern, die meisten haben aber keine rundliche Form und ihre Umlaufbahn ist nicht bereinigt.
Ebenfalls zu den Kleinkörpern zählen die oft eindrucksvollen Kometen. Das Video (NASA/Goddard) zeigt den Kometen ISON bei seinem Vorbeiflug an der Sonne, wobei die Sonnenscheibe wegen ihrer großen Helligkeit abgedeckt wurde. Man kann gut erkennen, dass ISON während seines Vorbeifluges an der Sonne an Größe verlor. Manche Kometen treffen auch auf die Sonne.

Kometen sind Objekte von meist einigen Kilometern Durchmesser, die aus Staub, Eis und kleinen Gesteinsbrocken bestehen, ähnlich einem schmutzigen Schneeball. Sie kommen aus der weiten Ferne des Universums und umrunden unsere Sonne auf stark elliptischen Bahnen. In Sonnennähe beginnt das Eis zu schmelzen und man kann den für Kometen typischen Schweif erkennen. Aus diesem Grund haben sie vermutlich auch ihre Bezeichnung, Komet bedeutet Schweifstern, wobei Kometen keine Sterne sind.
Kleiner als die Asteroiden sind Meteoriden. Gelangen diese kleinen Gesteinsbrocken in die Atmosphäre der Erde, so sieht man eine Leuchterscheinung, die als Meteor oder umgangssprachlich "Sternschnuppe" bezeichnet wird. Erreicht ein Rest des Meteors die Erdoberfläche, so nennt man dies Meteorit.
Für die Reihenfolge der Planeten gibt es übrigens folgenden Merksatz:
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