Venus

Venus
Abstand von der Sonne:
108 Millionen km
Im Maßstab des Planetenlehrpfades:
108 Meter
Das Sonnenlicht benötigt bis zu ihr:
6 Minuten
Äquatordurchmesser:
12 104 km
Im Maßstab des Planetenlehrpfades:
1,2 cm
Umlaufzeit um die Sonne (Venusjahr):
ca. 225 Erdentage
Rotationsdauer (Venustag):
ca. 243 Erdentage
Bahngeschwindigkeit:
ca. 126 000 km/h
Anzahl der Monde (2018):
keine
Durchschnittliche Temperatur:
464°C
Wissenswertes zusammengefasst:
  • Die Venus ist ein Gesteinsplanet und fast so groß wie die Erde!
  • Sie hat eine sehr dichte und für uns Menschen giftige Atmosphäre!
  • Auf ihrer Oberfläche herrscht ein hoher Druck!
  • Wegen ihrer dichten Wolken ist sie der wärmste Planet in unserem Sonnensystem!
  • Die Venus dreht sich in anderer Richtung um die eigene Achse, auf ihr geht die Sonne im Westen auf und im Osten unter!
Abbildung 1 zeigt die Oberfläche der Venus, die zu einem Großteil von vermutlich noch aktivem Vulkanismus geformt zu sein scheint. Das Bild entstand aus einzelnen Radarmessungen der Sonde Magellan, die die undurchsichtige Wolkendecke durchdringen können. Radaraufnahmen zeigen keine Farben, daher wurde das Bild nachträglich anhand von Aufnahmen der Sonde Venera eingefärbt und  muss nicht der wirklichen Oberflächenfarbe entsprechen.

Die Venus ist der zweite Planet von der Sonne aus gesehen und ein erdähnlicher (terrestrischer) Gesteinsplanet. Sie ist schon seit dem Altertum bekannt und wurde nach der römischen Göttin der Liebe und Schönheit benannt. Als inneren Planeten kann man sie nur in den Morgen- oder Abendstunden mit bloßem Auge sehen, wodurch sie vermutlich auch die Bezeichnung „Morgen- bzw. Abendstern“ erhielt.  Sie ist nach dem Mond das zweithellste Objekt am Nachthimmel, obwohl sie kein selbstleuchtender Stern, sondern ein von der Sonne angestrahlter Planet ist. Der Wechsel vom „Abendstern“ zum „Morgenstern“ vollzieht sich immer dann, wenn die Venus auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne die Erde „überrundet“.
Abbildung 2 zeigt einen Größenvergleich der Venus mit der Erde. Obwohl die Venus wegen ihrer ähnlichen Größe und Masse zur Erde häufig als ihr „Schwester- oder Zwillingsplanet“ bezeichnet wird, unterscheidet sie sich jedoch in vielerlei Hinsicht von unserer Erde: Die Venus hat die dichteste Atmosphäre der vier Gesteinsplaneten, sie besteht zu 96% aus für Menschen giftigem Kohlendioxid. Der Druck auf der Oberfläche ist 92 Mal größer als auf der Erde. Den gleichen Druck würde man verspüren, wenn man auf der Erde im Wasser 920 Meter tief tauchen würde.

Mit einer mittleren Oberflächentemperatur von 464°C ist die Venus der heißeste Planet im Sonnensystem. Auf ihr ist es sogar wärmer als auf der sonnenzugewandten Seite Merkurs, der viel näher an der Sonne ist. Das liegt an den dichten Wolken, von denen die Venus umgeben ist. Sie verhindern, dass die von der Sonne eingestrahlte Wärme auf der Nachtseite den Planeten verlassen kann (Treibhauseffekt). In der Venusatmosphäre gibt es auch Winde, die sogar so stark werden können, dass sie die Wolken in nur fünf Erdentagen einmal um den ganzen Planeten wehen können.

Eine weitere Besonderheit der Venus ist, dass sie sich in entgegengesetzter Richtung zu den meisten anderen Planeten um ihre eigene Achse dreht. Für einen Beobachter auf ihr geht die Sonne im Westen auf und im Osten unter. Außerdem ist die Venus der einzige Planet, der für eine Rotation um die eigene Achse (243 Erdentage) länger benötigt als für die Umrundung der Sonne (225 Erdentage). Da sich die Venus jedoch in entgegengesetzter Richtung dreht, dauert es von einem bis zum nächsten Sonnenaufgang „nur“ 117 Erdentage.
Abbildung 3: (NASA)     https://svs.gsfc.nasa.gov/3728
Abbildung 3 zeigt die Venus so, wie wir sie mit unseren Augen sehen würden. Man erkennt Wolkenstrukturen in der Atmosphäre.
Die Venus umrundet die Sonne innerhalb der Umlaufbahn der Erde. Daher können wir bei der Venus Phasen beobachten, wie wir sie auch von unserem Mond kennen. Auf Abbildung 4 erkennt man gut die Phasen "Voll-, Halb-, Sichel- und Neuvenus".
Abbildung 5: (NASA/JPL)
Abbildung 5 zeigt eine Phase der Venus und ähnelt unserem „Halbmond“. Es ist eine Falschfarbenaufnahme des Weltraumteleskops Hubble aus dem Jahr 1995 im ultravioletten Licht, das die Wolkenstrukturen besonders gut erkennen lässt.
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