Wanderung der Eingangsstufenkinder zum Traisfurterhof
Einen herrlichen Septembertag erlebten die Kinder der Eingangsstufe E2 mit ihren Lehrerinnen und begleitenden Müttern anlässlich eines Wandertags zu dem Traisfurterhof, neben den Gladbacher Höfen das älteste Villmarer Siedlungsgehöft.
Der zertifizierte Verbandsbiohof betreibt neben Mutterkuhhaltung einer Zuchtviehherde auch den Anbau von ökologischem Getreide, Leguminosen und Mais.
Neben der Bewegung in freier Natur verfolgte der Besuch eines Bauernhofs auch pädagogische Aspekte vor allem der Nachvollziehbarkeit der Herkunft der in den Supermärkten in der Regel abgepackten und verarbeiteten Nahrungsmittel sowie des empathischen Umgangs mit Tieren und Natur.
Entlang des Wanderwegs konnten die Kinder schon die Kühe mit ihren Kälbern bewundern. Kurz vor der Ankunft machten die Kinder an der zum Hof gehörenden Vogteikapelle auf der gepflegten Bankgruppe des Verschönerungsvereins ihre verdiente Frühstückspause. Auf dem Hof angekommen wurden sie von zwei im Garten grasenden Schäfchen mit lautem Meckern empfangen.
Nach der Begrüßung durch den Bewirtschafter Dr. Jürgen Reichwein konnten die jungen Schüler verschiedene, auf dem Hof angebaute Getreidearten erraten und mit ihren Händen begreifen.
Anhand zweier Maisstängel wurde ihnen die Entwicklung vom Samenkorn bis zum reifen Maiskolben nachvollziehbar erklärt, dessen Körner verarbeitet zu Popcorn sich die Kinder schmecken ließen.
Im großzügigen, mit Stroh eingestreuten Laufstall erfuhren sie die Ernährungsgrundlage der Kühe in Form von Heu, Stroh, Silagen und Getreide- und Erbsenschrot und konnten auch einige Tiere streicheln und waren von einem erst wenige Tage alten Kälbchen angetan. Erstaunt waren die Besucher, dass die Milch ausschließlich den Kälbchen vorbehalten ist und sie, wie die Tiere in der Natur, sich am Euter ihrer Mutter rund um die Uhr bedienen können.
Auf dem Rückweg wurden sie von Herrn Reichwein begleitet, der Ihnen noch die verschiedenen Baumarten und Sträucher und deren Herbstfrüchte zeigte. Ein am Feldrand stehendes Zichoriengewächs, die Wegwarte, nahm er zum Anlass, die frühere Verwendung der gerösteten Wurzeln dieser Pflanze sowie auch von Gerste als Kaffeeersatz „Muckefuck“ zu erläutern, als Bohnenkaffee noch in den 60er und 70er Jahren ein Luxusartikel war.
Traurig waren die Kinder, nachdem sie erfuhren, dass auf einer Weide vor Jahren eine Kuh in einem eingestürzten Bergbauschacht verschwand und nicht mehr gerettet werden konnte.
Dankbar wurde Herr Reichwein am Renzelstock mit einem Applaus verabschiedet.

